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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Westfalen - Bezirk Kreis Guetersloh e.V. - OG Rheda-Wiedenbrueck

Abschlussbericht

Nach sechs Jahren kehrte die Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen, die Rescue 2006, vom 10. – 26. Februar in die Wiege des Rettungssports nach Australien zurück. Die Wettbewerbe wurden an zwei Orten eine Autostunde südlich von Melbourne entfernt, in Geelong (Pool) und Lorne (Freigewässer) an der Great Ocean Road durchgeführt. Insgesamt 3600 Athleten aus 34 Nationen hatten Teams für die Nationalmannschafts-, Interclub- und Masterswettbewerbe gemeldet. In allen drei Kategorien waren Athleten der DLRG Rheda-Wiedenbrück, die seit 1990 an den Weltmeisterschaften teilnimmt, am Start. Das elfköpfige Team wurde vom 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Hans-Albert Lange und seiner Frau Hildegard begleitet, die die Rescue zum Anlass nahmen, ihren Jahresurlaub in Australien zu verbringen, um das Land kennen zu lernen und natürlich live bei den Wettbewerben dabei zu sein.

Den Auftakt machte Carsten Schlepphorst mit der Nationalmannschaft. Für Schlepphorst war es bereits die siebte Teilnahme an einer Rescue, davon 6 mit dem Nationalteam, womiter eine Ausnahmestellung bei den Rettungssportlern dieser Rescue einnahm. Mit Hagen Leditschke, Sören Borch und Lutz Heimann gewann er seinen 22. WM-Titel mit der 4x25 m Puppestaffel. Zwei weitere Bronzemedaillen fügte er seiner Sammlung in der Gurtretterstaffel und im Freigewässer mit der Rescue-Tube Rescue Staffel hinzu. In der Nationenwertung aller Disziplinen belegte die deutsche Mannschaft den 5. Platz. Es siegte Gastgeber Australien vor Neuseeland und Südafrika.

In den Interclubwettbewerben schickte die DLRG Rheda-Wiedenbrück um die Routiniers Anneke Hesse sowie Carsten und Claudia Schlepphorst eine junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21,5 Jahren an den Start. Alle Athleten konnten aber schon auf der EM 2005 und auf der Rescue 2004 in Italien Erfahrung auf dem internationalen Parkett sammeln. Der Focus der Emsstädter wurde wieder auf den Pooldisziplinen gelegt. Am ersten Wettkampftag holten die amtierenden Europameister Claudia Schlepphorst und Corinna Könighaus auch den WM Titel in der Staffel Retten mit Seil. Motiviert durch diesen Erfolg erreichte das Team weitere gute Resultate. Die 4x25 m Puppestaffel der Damen mit Anneke Hesse, Claudia Schlepphorst, Susanne Kornek und Anne-Theresa Eidhoff gewann in1:40,60 min die Bronzemedaille. Die Herren erreichten in starken 1:22,86 min den undankbaren 4. Platz. In der Staffel schwammen Carsten Schlepphorst, Niklas Schlottmann, Florian Stieglmaier und André Held.

Seinen 23.WM-Titel holte sich Carsten Schlepphorst in seiner Spezialdisziplin dem 100 m Schwimmen und Retten mit Flossen in 0:52,94 min vor Jason O´Pray (0:54,24 min) aus Maroochydore/AUS und dem Drittplatzierten Martin Bürger(0:54,42 min) aus Halle-Saalkreis. In gleicher Disziplin knackte André Held in persönlicher Bestzeit erstmals in 0:59,40 min die Einminutengrenze.

Jeweils ebenfalls mit persönlicher Bestleistung zog Claudia Schlepphorst in das Finale des 100 m Lifesaver (1:06,04 min /8. Platz) und des 100 m Schwimmen und Retten mit Flossen (1:02,92 min/5.Platz) ein.

Susanne Kornek erreichte ihr angestrebtes Ziel und qualifizierte sich in der 100 m Kombi-nierten Rettungsübung für das Finale der besten Acht. Im Finale konnte sie ihre Vorlaufzeit noch einmal um 1,87 Sekunden steigern und belegte in 1:23,03 min den 5. Platz, was gleichzeitig neuer Vereinsrekord bedeutete. Niklas Schlottmann zeigte in gleicher Disziplin in 1:18,03 min eine starke Leistung.

In den weiteren Staffeln erzielten die Herren gute Resultate, woran der Freistilsprinter Urs-Hagen Schirbel auch großen Anteil hatte. In der 4x50 m Gurtretterstaffel schlugen die Emsstädter in 1:38,30 min als sechstes an. Überraschend qualifizierten sie sich auch für das B-Finale in der 4x50 m Hindernisstaffel, in dem sie ihre Vorlaufzeit noch einmal steigern konnten und das Rennen mit einer starken Zeit von 1:51,15 min beendeten.

Als bestes europäisches Team mit dem 7. Platz absolvierte die DLRG Rheda-Wiedenbrück den SERC, einen Erste-Hilfe Wettkampf. Hierbei müssen innerhalb von zwei Minuten Handlungsschwerpunkte zur Rettung von Opfern eines Wasserunfalls gesetzt werden, für die nach vorgeschriebenen Kriterien Punkte von den Kampfrichtern vergeben werden. Zu dem erfolgreichen Quartett zählten Carsten Schlepphorst, Anneke Hesse, Florian Stieglmaier und Niklas Schlottmann.

Nach Beendigung der Poolwettbewerbe in Geelong belegte die DLRG Rheda-Wiedenbrück den 7. Platz und wurde damit der Zielsetzung gerecht zu den TOP 10 Teams der Welt im Pool zu gehören.

Erwartungsgemäß wurden dann die Freigewässerwettbewerbe von Athleten aus Australien, Neuseeland und Südafrika dominiert. Nur wenige Europäer konnten in die Finals einziehen und Punkte für ihre Teams sammeln. Achtungserfolge erzielten die Herren mit der Rescue Tube Rescue Staffel (Gurtretter) und der 4x90 m Strandsprintstaffel mit denen sie jeweils bis in das Viertelfinale vordringen konnten. Allrounderin Anneke Hesse spulte mit dem Ski-, Board- und dem Ironwomen- Race sowie den Staffeln das größte Programm im Freigewässer ab und konnte trotz schwieriger Bedingungen sicher die Vorläufe beenden.

Die Masterswettbewerbe starteten gleich zu Beginn der Rescue. Claudia Schlepphorst erstmals startberechtigt bei den Masters, nutzte die Wettkämpfe im 100 m Schwimmen und Retten mit Flossen um das Becken in Geelong unter Wettkampfbedingungen kennenzulernen. Dies gelang ihr beeindruckend! Sie holte den WM-Titel in der AK 30 – 34 Jahre in neuer Mastersweltrekordzeit von 1.04,30 min vor der Barbara Zelinder/Schweiz und der Kanadierin Veronique Godbant.

Im Anschluss an die Wettkämpfe blieben die meisten Sportler noch eine Woche länger in Australien, um sich von den Wettkampfanstrengungen zu erholen und Down Under ein wenig kennenzulernen.